SAP CLOUD PLATTFORM INTEGRATION FÜR C/4HANA

Autor: Seema Nassery | Veröffentlicht: 19.10.2018

Es ist kein Geheimnis mehr: Die Prozesse werden digital! Das Zusammenlaufen der Trends wie Cloud-Computing, soziale Netzwerke, Mobilität, das Internet der Dinge und die sich daraus ergebende große Datenmenge hat unser Business verändert. Die Integration von Cloud Lösungen mit Non-Cloud-Lösungen erlangt immer größere Bedeutung, denn viele Unternehmen entscheiden sich für Software-as-a-Service Lösungen in Kombination mit Datenhosting in Rechenzentren.

Von SAP-Kunden, die in den letzten Jahren in On-Premise-Landschaften investiert haben,
kann jedoch nicht erwartet werden, dass sie sich mit ihren Lösungen sofort in die Cloud bewegen. Deshalb müssen Unternehmen die Möglichkeit bekommen, Teile ihrer Prozesse in die Cloud zu verlagern und von überall plattformunabhängig Zugriff auf ihre Daten zu haben.

Hier kommt die SAP Cloud Plattform Integration – auch bekannt unter dem bisherigen Namen SAP HANA Cloud Integration (SAP HCI) – zum Einsatz. Über die CPI können die Anwendungen auf einfache und kostengünstige Weise anhand vordefinierter Module integriert werden. Konkrete Ausprägungen sind beispielsweise die Anbindung von SAP C/4HANA Sales Cloud (C4C) an ein (on-premise) SAP ERP, SAP CRM oder auch S/4HANA System. Es können auch Drittsysteme wie z.B. Salesforce an SAP angebunden werden. Hierbei gilt es zu beachten, dass durch die „indirekte Nutzung“ zusätzliche Lizenzkosten anfallen können.

Integration von C/4HANA – Key Features und Benefits

SAP C/4HANA kann über in der CPI vordefinierte Integrationsszenarien mit den On-Premise-Lösungen von SAP CRM, SAP ERP oder SAP S/4HANA integriert werden, siehe Abbildung 01 „Integration schematisch“. Die zentralen Merkmale der Lösung sind:

  • uni-/ bi-direktionale Synchronisation von Stammdaten wie z.B. Kunden, Kontakte oder Produkte

  • volle Integration von transaktionalen Szenarien wie z.B. Opportunities, Angebote und Kundenaufträge inkl. Echtzeit ERP-Preisfindung sowie Darstellung des ERP Belegflusses

  • Field-Service und Support Integration in die SAP Service Cloud mit nativer Integration ins SAP ERP z.B. für Servicebestätigungen, Rechnungen sowie Kontraktmanagement mit SLAs und Installed Base

Damit sind folgende Vorteile verbunden:

  • Bereitstellung eines Echtzeitzugriffs für Verkaufs- und Vertriebsbeauftragte auf Preisfindung, Angebotserstellung, usw.

  • Native Integration der Kundenaufträge in die SAP ERP Systeme

  • Nahtlose Integration der Verkaufsprozesse vom Interessenten bis zur Fakturierung

  • Management des kompletten Field-Services Scenarios (von Arbeitsaufträgen über SLAs zu Garantieverträgen)

  • Anbindung an CTI-Anlagen für die Back-Office-Prozessen

Abbildung 01

Integrationsvorbereitung

Unserer Erfahrung nach ist eine klare Aufgabenverteilung zwischen den einzelnen beteiligten Fachexperten/Teams und eine interaktive Zusammenarbeit für den erfolgreichen Aufbau der Integration hervorzuheben. Wichtig hierbei: zum einen die Aufteilung der Basisaufgaben zwischen Dienstleisterunternehmen und dem Kunden – abhängig von Know-How und Kompetenz, zum anderen die Bereitstellung des Fachwissens um die Prozesse. Ein Arbeitsergebnis ist eine Taskliste mit allen für die Integration notwendigen Aktivitäten. Dabei ist auf Genauigkeit und hohen Detailierungsgrad zu achten. Diese stellt die Basis für eine erfolgreiche Umsetzung der Integration und damit verbunden auch für die betroffenen Prozesse dar.

Folgende Beteiligte / Rollen werden für die Aufgaben im Rahmen der Integration benötigt:

  • Basis Administrator für ERP, CRM, S/4HANA

  • Administrator Integration CPI

  • Berater C/4HANA, ERP, CRM, S/4HANA

Bevor die Integrationseinstellungen vorgenommen werden, sind zuerst im C/4HANA Scoping und Fine Tuning vorzunehmen. Während der Festlegung des Lösungsumfangs können bestimmte Funktionen aktiviert oder deaktiviert werden. Um C/4HANA so einzurichten, dass z.B. nur die in der Service Cloud enthaltenen Prozesse aktiviert und integriert werden, muss der Lösungsumfang des Implementierungsprojekts entsprechend festgelegt und angepasst werden.

Am Beispiel:

Zur Integration der SAP Service Cloud mit ERP sollten unter „Integration in Fremdanwendungen und –lösungen“ folgende Punkte ausgewählt werden, siehe Abbildung 02:

  • Integration in SAP ERP

  • Integration von Stammdaten

  • Integration in Vertriebs-, Service- und Marketingprozess

Ein Administrator sollte unter anderem in C4C folgende Punkte umsetzen:

  • Anlage Kommunikationssystem

  • Anlage Kommunikationsvereinbarungen

  • Nummernzuordnung für Integration bearbeiten

  • Zuordnung von Codelistenwerten zur Integration mit Fremdanwendungen

Folgende Punkte müssen im Backend-System umgesetzt werden:

  • Es muss ein Benutzer in der erforderlichen Rolle im Backend angelegt werden. Dieser Benutzer kann von der Cloud-Lösung zur Authentifizierung über das Backend verwendet werden.

  • Empfehlung: Das logische System sollte manuell angelegt werden (beim Transport kommt es gelegentlich zu Problemen) (3-Schichtsystem).

  • Um einen Web Service zu konfigurieren, muss ein Endpunkt angelegt werden. Der Endpunkt enthält eine Laufzeitkonfiguration, die unter Verwendung der Service-Definition generiert wird. Es können mehrere Endpunkte für den gleichen Service angelegt werden.

  • RFC-Destinationen anlegen

  • Portdefinition anlegen

  • Partnerprofile anlegen

  • Verteilungsmodell pflegen

  • Service aktivieren z.B. aus den ERP-Jobs für IDoc-Eingangs- und -Ausgangsverarbeitung

  • IDocs aus ERP an SAP Sales Cloud senden
  • Varianten des Reports RBDMIDOC anlegen
  • Aus SAP Sales Cloud gesendete IDocs verarbeiten

Siehe Abbildung „03 Customizing Integrationseinstellungen“ und „04 Integrationseinstellungen generieren“.

Öffentlicher SAP-Integrations-Content-Katalog „CPI“

Der Integrationskatalog bietet Zugriff auf die vordefinierten Integrationspakete
von SAP. Sie sind sofort einsatzbereit. Diese Pakete bieten vordefinierte Logiken, Definitionen von Szenarien, Schnittstellenbeschreibungen, Mappings und Adapterkonfigurationen. Sie können verwendet werden, um die Zusammenführung lokal betriebener Applikationen mit Cloud-Anwendungen zu beschleunigen. Siehe https://cloudintegration.hana.ondemand.com und Abbildung „05 Integrationskatalog“.

Soll ein Integrationspaket wie z.B. SAP Cloud for Customer mit SAP CRM integrieren werden, muss es in den eigenen Arbeitsbereich kopiert werden.

Für die Integration sind darüber hinaus folgende Schritte erforderlich:

  • Einen Tenant anfordern und das Konto verwalten
    Kunden, die SAP CPI verwenden möchten, müssen sich an SAP wenden und einen Mandanten anfordern. Nachdem Konto und Mandant zugewiesen wurden, verwendet ein Administrator auf der Kundenseite das SAP HANA Cloud Platform Cockpit, um Benutzerverwaltungsaufgaben für das Konto auszuführen. In dieser Phase definiert der Administrator, welche Benutzer auf das Konto zugreifen dürfen und definiert Berechtigungen für die einzelne Benutzer.

  • Sichere Verbindungen zwischen den Systemen und dem Mandanten einrichten
    Es wird eine sichere Kommunikation mit SAP CPI für Sender-/Empfänger-Systeme aktiviert.

  • Konfigurieren der Sender-/Empfänger-Systeme
    Diese Aufgabe wird in der Regel von Administratoren des Sender-/Empfänger-Systems ausgeführt und umfasst alle Schritte zum Aufbau der technischen Verbindung zwischen dem Sender-/Empfänger-System und SAP CPI.

Abbildung 02

Abbildung 03

Abbildung 04

Abbildung 05

Gestaltung von Integration-Flows

Durch die Anbindung der Integrations-Flows (iflows) wird angezeigt, wie Nachrichten auf dem Mandanten verarbeitet werden sollen. Wenn das Design abgeschlossen ist, werden die iFlows auf den Mandanten implementiert.

Um diese Aufgaben auszuführen, verwendet der Integrationsentwickler die Registerkarte „Discover und Design“ auf der Web-Benutzeroberfläche (siehe Abbildung „06 Discover und Design“). Die bereitgestellten iFlows können bearbeitet und erweitert werden.

Abbildung 06

Anpassung SAP Standard-Integrationsinhalte

Dazu werden SAP Standard-iFlows nach der Bearbeitung in den Kundennamensraum hochgeladen. Dabei sind folgende Punkte abzuarbeiten:

  • SAP Integrationspaket öffnen

  • Benötigte iflow herunterladen und speichern

  • ZIP-Datei auf Dateisystem umbenennen: NamenskonvertierungSzenarioname

  • ZIP-Datei mit 7zip öffnen und in den Ordner META-INF navigieren

  • MANIFEST.MF bearbeiten

Letztendlich können die kopierten iFlows im Kundennamensraum angepasst und anders gemappt werden (siehe Abbildung „07 iFlow Mapping“).

Abbildung 07

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Martin Deutsch Allgeier ES

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