SAP CRM RAPID APPLICATIONS

Autor: Andreas Mittermüller | Veröffentlicht: 20.04.2018

Die SAP CRM Rapid Applications sind grundsätzlich entwickelt worden, um die Integration neuer kundeneigener Objekte zu unterstützen. Das Tool arbeitet dabei Wizard geführt und kann bestehende oder neue kundeneigene Datenbanktabellen oder Webservices ohne zusätzliche Programmierung in das SAP CRM WebUI integrieren.

Die Rapid Application kann als Standalone-Variante verwendet werden oder eingebettet als zusätzlichen Zuordnungsblock in bestehende CRM Anwendungen. Im Ergebnis steht eine Generierung von konfigurierbaren und personalisierbaren Standard-UIs zur Verfügung:

  • Advanced Searchs Views

  • Übersichtsseiten mit den bekannten Standardfunktionen zum Anlegen, Anzeigen, Bearbeiten und Löschen von Datensätzen

  • Einbettbare Zuordnungsblöcke und Suchen

Die generierten Rapid Applications können direkt mit Benutzerrollen verknüpft werden und stehen zur weiteren Konfiguration zur Verfügung. Anwendungsreferenzfelder der Rapid Appications können definiert werden, dabei sind beide Richtungen berücksichtigt, hin oder aus ihnen heraus.

In 5 Schritten zur eigenen Rapid Application basierend auf einer Datenbanktabelle

Schritt 1: Einstieg und Anwendungsdetails, siehe Abbildungen „01 Rapid Application anlegen“ und „02 Anwendungsdetails“

Um eine Rapid Application anzulegen, zu bearbeiten oder zu löschen, hat man folgende Möglichkeiten:

  • Über die Bereichsstartseite: Administration > Rapid Applications verwalten > Rapid Application > Aus DB-Tabelle anlegen oder

  • analog dazu: über die Seitenkonfiguration: Eingebettete Views > Alle einblenden > Rapid Applications > Aus DB-Tabelle anlegen

In den Anwendungsdetails werden neben dem technischen Anwendungsnamen und einer Beschreibung das Entwicklungspaket zugeordnet und der Namensraum festgelegt.

Die Suchseiten-Ziel-ID und Ziel-ID (für Anlegeseiten) werden automatisch gefüllt, können im Bedarfsfall aber manuell geändert werden (Beschränkung auf 10 Zeichen).

Über das Feld Berechtigungsgruppe kann gesteuert werden, ob das System eine Berechtigungsprüfung ausführen soll (Prüfung über die Standardimplementierung mit dem Berechtigungsobjekt S_TABU_DIS). Über das BAdI AXT_RT_TABLES_AUTHORITY_CHECK kann dies entsprechend ausgesteuert werden).

Abbildung 01

Abbildung 02

Schritt 2: Datenbankmodell (siehe Abbildung „03 Datenbankmodell“)

Hier hat man die Möglichkeit

  • bestehende Datenbanktabellen oder Datenbank-View auszuwählen (mehrere Datenbanktabellen als Basis können über die Beziehungshierarchie der Tabellen angegeben werden), oder

  • eine neue Datenbanktabelle anzulegen

Abbildung 03

Schritt 3: UI-Modell (siehe Abbildung „04 UI-Modell“)

Hier definiert man das UI-Modell der Rapid Application

  • Suchseite

  • Suchergebnis-View

  • Übersichtsseite

  • Formularsicht

  • Tabellenview

  • Einbettbare Suche/Ergebnisliste

Abbildung 04

Schritt 4: Profil-Customizing (siehe Abbildung „05 Profil-Customizing“)

Hier definieret man die Art des Zugriffs auf die Rapid Application

  • Zuordnung zur Benutzerrolle

  • Navigationsleistenprofil

  • Bereichsstartseite

  • Linkgruppe für Bereichsstartseite

Abbildung 05

Schritt 5: Übersicht (siehe Abbildung „06 Übersicht“)

Dient lediglich der Übersicht der zuvor durchgeführten Schritte.

Abbildung 06

Weitere nützliche Entwicklungsobjekte

API-Exits für Tabellen AXT_RT_TABLES_API

  • Möglichkeit zur Anpassung des Verhaltens einer Rapid Application

AXT Multi-API: AXT_RT_TABLES_MULTI

  • Möglichkeit zur Anpassung des Verhaltens aller Rapid Applications

Berechtigungsprüfung: AXT_RT_TABLES_AUTHORITY_CHECK

  • Möglichkeit um eine eigene Berechtigungsprüfung zu implementieren, dies gilt für Rapid Applications, die auf Datenbanktabellen basieren.

Sperrstrategie: AXT_RT_TABLES_BUSINESS_LOC

  • Möglichkeit um eine andere Sperrstrategie für bestehende Tabellen zu implementieren.

Projektbeispiel:

Der Kunde befindet sich ein einem SAP CRM Implementierungsprojekt und möchte neben einer regulären Migration von Geschäftspartnern und OneOrder-Belegen auch Zugriff auf historische Daten von Geschäftspartnern haben. Ebenso gibt es im Altsystem Versionsdaten zu bestimmten Business Objekten, die nicht als SAP CRM Objekt migriert werden sollen, auf die aber lesend zugegriffen werden soll. Die Datenbanktabellen des Altsystems wurden 1:1 nach SAP CRM in kundeneigenen Tabellen gespiegelt. Die Rapid Applications basieren auf diesen Datenbanktabellen und können reibungslos in das SAP CRM WebUI integriert werden.

Fazit:

Mit geringem initialen Aufwand kann das Anlegen eines kundeneigenen Geschäftsobjektes implementiert werden. Die einfache Integration in SAP-Standard-Prozesse über die Anwendungsreferenzen ist gut gelöst. Man benötigt keinen Programmieraufwand um die Standardfunktionalitäten wie Suchen und Anlegen abzubilden. Die Integration in den SAP Standard und die Erweiterbarkeit über die BAdIs sind ebenfalls gut gelöst.

Zurück zum Blog
Martin Deutsch Allgeier ES

Haben Sie Fragen?

Martin Deutsch ist Ihr Ansprechpartner für die Blog-Beiträge.

Jetzt Kontakt aufnehmen