MIT OBJEKTSUBTYPEN ZUR INDIVIDUALISIERTEN OBERFLÄCHE

Autor: Wolfgang Baldt | Veröffentlicht: 21.09.2018

Im Rahmen der Stammdatenerfassung werden zentrale Geschäftsobjekte wie Produkte oder Geschäftspartner definiert und die notwendigen Felder bereitgestellt. Dabei werden alle Anforderungen aus den Fachabteilungen und deren Prozessen berücksichtigt. Im Ergebnis führt dies häufig zu einer großen Menge von Feldern und Tabellen die am Objekt gepflegt werden müssen.

Da nicht alle Daten für jeden Prozess und damit jede Abteilung relevant sind, wird schnell die Forderung nach individuellen Darstellungen geäußert. Der SAP Standard bietet hier natürlich unterschiedliche Möglichkeiten. Am Beispiel des Geschäftspartners sind dies die Differenzierung zwischen Personen und Organisationen oder die Ausprägung von kundeneigenen Benutzerrollen je Fachabteilung.

Soll es aber im Detail noch individueller werden, so kann die Nutzung von Objektsubtypen und deren Verwendung in den UI Konfigurationen genutzt werden. Die folgende Übersicht von Schritten zeigt das hierzu notwendige Vorgehen auf:

  • Erweiterung der UI-Objekttypen

  • Definition der zugehörigen Objektsubtypen

  • Anpassung der UI-Konfigurartion

  • Findung für die UI-Konfiguration einrichten

Vorgehen im Detail

1. Erweiterung der Objekttypen

Die Erweiterung der Objekttypen erfolgt über die SPRO. Durch die Nutzung eines eigenen Objekttyps ist man in der späteren Nutzung völlig unabhängig vom SAP Standard, siehe Abbildung 01.

In diesem Beispiel wird also die Darstellung der Beziehungen zwischen Geschäftspartnern erweitert. Am neuen Objekttyp ZXXXX_REL wird dabei auch die Callback-Klasse ZCL_XXXX_ZREL_SUB_OBJ hinterlegt, welche auch individuell anzulegen ist, siehe Abbildung 02.

Abbildung 01

Abbildung 02

2. Definition der zugehörigen Objektsubtypen

Innerhalb der Callback-Klasse wird im Anschluss über die Transaktion SE24 das notwendige Interface hinterlegt (IF_BSP_DLC_OBJ_TYPE_CALLBACK) und in der Methode die Definition der Objektsubtypen durchgeführt. Im Beispiel die Subtypen „RN“ und „Inkasso“ zum obigen Objekttyp ZXXXX_REL, siehe Abbildungen 03 bis 05.

Abbildung 03

Abbildung 04

Abbildung 05

3. Anpassung der UI-Konfiguration

Jetzt kann das CRM Web-UI unter Nutzung der neuen Objektsubtypen erweitert werden. Hierzu einfach die Beziehungen eines Geschäftspartners anzeigen und dann den Aufruf der UI-Konfiguration aus der CRM Oberfläche heraus durchführen. Anschließend muss dann eine bestehende Konfiguration kopiert werden und der neue Objekt- und Objektsubtyp für die Konfiguration ausgewählt werden, siehe Abbildung 06.

Nun ist zwar die neue Konfiguration inklusive der gewünschten Felder in der Beziehung erstellt, allerdings wird diese noch nicht aufgerufen. Hierzu benötigen wir nun noch den nächsten und letzten Schritt.

Abbildung 06

4. Findung für die UI-Konfiguration einrichten

Hierzu wird nun über die UI-Komponenten-Workbench die zum Objekt zugehörige Komponente und anzupassender VIEW aufgerufen und geändert. In unserem Beispiel ist dies die Komponente BP_DATA und der View RELATION/OVERVIEW (diese Information erhält man im UI aus der jeweiligen Konfiguration für die anzupassende Seite).

In der Viewstruktur des Views wird dann der Ordner „Request-Bearbeitung“ geöffnet (siehe Abbildung 07) und dort die DO_CONFIG_DETERMINATION erweitert. Im Beispiel wird für die Rollenschlüssel ZMG018 und ZVLM10 die Findung ergänzt und damit die neue Erweiterung genutzt, siehe Abbildung 08.

Damit sind die notwendigen Einstellungen abgeschlossen und die individuellen Konfigurationen können in der Oberfläche genutzt werden, siehe Abbildung 09.

Viel Spaß und Erfolg beim Adaptieren!

Abbildung 07

Abbildung 08

Zurück zum Blog
Martin Deutsch Allgeier ES

Haben Sie Fragen?

Martin Deutsch ist Ihr Ansprechpartner für die Blog-Beiträge.

Jetzt Kontakt aufnehmen