FREISCHALTUNG CUSTOMIZING FÜR PRODUKTIV-/TESTSYSTEM

Autor: Rudolf Ehrler | Veröffentlicht: 06.07.2018

SAP unterscheidet zwischen Customizing- und Stammdatenpflege. Customizing wird i.d.R. im Entwicklungssystem gepflegt und durch Transporte in die nachfolgenden Systeme (Test, Training, Produktiv) übernommen. Stammdaten werden im jeweiligen System direkt gepflegt.

Bei manchen Aktivitäten ist die Zuordnung zum Customizing nicht praktikabel. Insbesondere dann, wenn häufig Änderungen und Ergänzungen vom Fachbereich durchgeführt werden sollen, stellt sich die Frage nach der direkten Änderbarkeit der Daten im Produktivsystem.

Am Beispiel der Routenpflege soll erläutert werden wie Customizingeinstellungen im Produktivmandanten durchgeführt werden können.

Kennzeichen „Laufende Einstellung“ setzen

Die Routenpflege finden wir im Customizingpfad Logistik Execution -> Versand -> Grundlagen -> Routen -> Routen und Abschnitte definieren., siehe Abbildung 01.

Wir positionieren den Cursor auf der Aktivität und rufen das Menü Bearbeiten -> IMG-Aktivität anzeigen auf.

Auf dem Reiter Pflegeobjekte, siehe Abbildung 02, sind die der Transaktion zugeordneten Objekte hinterlegt. Durch einen Doppelklick auf die Objektzeile gelangen wir zum Customizingobjekt, siehe Abbildung 03.

Mit dem Setzen des Kennzeichens „Laufende Einstellung“ und Transport in die nachfolgenden Systeme, kann die Pflege der Routen direkt im Produktivmandanten erfolgen, auch wenn dort eine Änderung an Customizingobjekten nicht erlaubt ist.

Hinweis: Für diese Änderung ist ein SAP Objektschlüssel erforderlich.

Nachdem das Kennzeichen „Laufende Einstellung“ gesetzt worden ist, erhält die Customizingaktivität einen eigenen Transaktionscode, siehe Abbildung 04.

Alternativ kann das Kennzeichen auch über die Transaktion SOBJ gesetzt werden. Dort muss das Customizingobjekt über „Positionieren…“ angeben werden, siehe Abbildung 05.

Handelt es sich wie in unserem Fall um einen Viewcluster, dann muss das Kennzeichen „Laufende Einstellung“ für jedes Objekt des Clusters durchgeführt werden. Folgende unterschiedliche Typen kennt SAP:

 
Typ Bezeichnung
C Viewcluster
L Logisches Transportobjekt
S Tabelle (mit Texttabelle)
T Individuelles Transaktionsobjekt
V View
D Dummyobjekt

Die zum Viewcluster gehörigen Objekte finden wir in der Transaktion SOBJ unter dem Punkt Stückliste, siehe Abbildung 06.

Obwohl wir die Routenpflege nun als laufende Einstellung im Produktivsystem nutzen, werden im Customizingmandant weiterhin Änderungen in Transportaufträgen aufgezeichnet. So besteht die Gefahr, dass bei einem Transport die Einstellungen im Produktivsystem überschrieben werden, die wir dort direkt durchgeführt haben. Wir wollen deshalb die automatische Aufzeichnung für die Routenpflege ausschalten.

Außerdem wirkt sich das Kennzeichen „Laufende Einstellung“ nur im Produktivmandanten aus. Im Testmandanten können weiterhin keine Änderungen am Customizing vorgenommen werden. Wir wollen die Routen aber auch direkt im Testsystem pflegen.

Hinweis: Die Rolle des jeweiligen Mandanten lässt sich über Transaktion SCC4 ermitteln, siehe Abbildung 07.

Abbildung 01

Abbildung 02

Abbildung 03

Abbildung 04

Abbildung 05

Abbildung 06

Abbildung 07

Durchführung laufender Einstellungen im Testmandanten

Damit wir Routen auch im Testsystem pflegen können, müssen wir den Transportanschluss der entsprechenden Aktivitäten deaktivieren. Das geschieht mit Hilfe der Transaktion SE54. Möglich ist das für Views, Tabellen und Viewcluster. Für letztere nicht direkt, sondern indem alle dem Cluster zugeordnete Objekte bearbeitet werden (siehe die oben erwähnte Stückliste zu einem Viewcluster).

Auf dem Einstiegsbild geben wir die View oder Tabelle ein, markieren „Generierte Objekte“ und rufen „Anlegen/Ändern“ auf, siehe Abbildung 08.

Wir wechseln die Aufzeichnungsroutine von Standard auf „keine oder individuelle Aufzeichnungsroutine“ sichern und transportieren die Änderung in die nachfolgenden Systeme, siehe Abbildung 09.

Hinweis: Für diese Änderung ist ein SAP Objektschlüssel erforderlich.

Damit ist das Objekt vom Transportanschluss ausgenommen und kann gleichzeitig – unabhängig von der Mandantenrolle – in einem für Customizing gesperrten Mandanten geändert werden. Allerdings ist es nun auch nicht mehr möglich, Einträge zu transportieren.

Zusammenfassung

Customizingaktivitäten können so eingestellt werden, dass eine Pflege der Daten auch direkt im Produktivmandanten möglich ist. Sollen die Daten auch in weiteren Mandaten (z. B. Test) änderbar sein, wird zusätzlich der Transportanschluss deaktiviert.

Abbildung 08

Abbildung 09

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Martin Deutsch Allgeier ES

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