Erweiterung der SAP Preisfindung mit BRFplus

Autor: Markus Althaus | Veröffentlicht: 17.05.2019

Auch wenn die Preisfindung in SAP zu den flexiblen Werkzeugen gehört, stößt sie manchmal an ihre Grenzen. Das passiert speziell dann, wenn im Kundenauftrag komplexe Preisregeln angewendet werden sollen, die sich nicht über die Konditionstechnik abbilden lassen. Dazu gehören zum Beispiel multidimensionale Preise/Tarife, die von verschiedenen Parametern abhängig sind. Eine Möglichkeit zur Abbildung solcher Anforderungen besteht in einer umfangreichen Erweiterung. Darin wird eine Kombination aus Bedingungen, Preisformeln und Z-Tabellen implementiert, die die zusätzliche Preislogik enthält. Eine andere Möglichkeit besteht in der Nutzung des Business Rules Framework (BRFplus). Das BRFplus als generisches Tool zur Abbildung von Geschäftsregeln ist nicht auf die Verwendung in der Preisfindung beschränkt. Es bietet sich jedoch an dieser Stelle an. Der Vorteil liegt in den Punkten Transparenz und Wartbarkeit. Mit BRFplus ist einfacher nachvollziehbar, was in der Preisfindung passiert und wie das Ergebnis zustande kommt.

Was muss nun für die Einbindung von BRFplus getan werden?

Zunächst müssen grundlegende Entscheidungen für das Design des BRFplus getroffen werden: Wie soll die Grundstruktur aussehen? Soll es eine große „Rules-Engine“ in einer Anwendung geben oder besser mehrere kleinere Anwendungen? Bei unserem Kunden wurden die folgenden Festlegungen getroffen:

  • Implementierung mehrerer kleinerer Anwendungen. Vorteile: kleinere Entscheidungstabellen, bessere Wartbarkeit
  • Einheitliche Struktur aller Anwendungen
  • Definition von zentralen Anwendungen für mehrfach benötigte Aufgaben
  • Kombination aus flexibler Regellogik und einheitlichen „Customizing“-Tabellen

    • Die Regellogik kann die komplexen Preisregeln abbilden
    • In den „Customizing“-Tabellen können Kenngrößen festgelegt werden, zum Beispiel Zu- oder Abschläge, siehe Abbildung 01

Abbildung 01

Der Aufruf der BRFplus Funktion erfolgt aus ABAP-Code. Bei unserem Kunden passierte das über einen SAP CRM BAdI. In einem ERP-System kann der Aufruf alternativ über eine Preisformel erfolgen. Die errechneten Ergebnisse werden wieder an das aufrufende System übergeben und in das Kalkulationsschema gefüllt. Eine schematische Darstellung folgt in Abbildung 02 (Quelle: SAP BRFplus Business Rules Management for ABAP Applications, Galileo Press):

Abbildung 02

Der Begriff „Context“ bezeichnet hier die für den Aufruf der Funktion notwendigen Parameter.

Zusammenfassung

Mit BRFplus stellt SAP ein mächtiges Werkzeug bereit, das zum Beispiel für die Erweiterung der Preisfindung genutzt werden kann. In der gebotenen großen Flexibilität liegt aber auch ein Risiko, sich zu „verzetteln“ und das Ziel aus den Augen zu verlieren. Es ist daher ratsam, sich die grundlegenden Designentscheidungen immer wieder vor Augen zu führen und ihre Einhaltung zu beachten. Eine weitere Erkenntnis aus der produktiven Nutzung ist: Mit BRFplus sind die Steuerungsparameter zwar einfacher änderbar, dennoch ist die Pflege eher eine Aufgabe für erfahrene Key-User als für jeden Endanwender.

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