DYNPROÄNDERUNG MIT GUIXT

Autor: Halil Evci | Veröffentlicht: 28.09.2018

Es kommt sehr häufig vor, dass sich Anwender Änderungen an den Oberflächen wünschen. Die Liste der gewünschten Anpassungen ist oft lange und vielfältig. Oft sollen Felder umbenannt werden oder Felder sollen gar nicht zu sehen sein. Andere wiederum sollen nicht bearbeitbar sein oder anders positioniert werden.

Es gibt verschiedene Wege diese Wünsche zu erfüllen. Dies reicht von der Umsetzung über Userexits, die Screen- oder Fieldexits zu Hilfe nehmen, über Transaktionsvarianten bis hin zur Programmierung ganzer Screens. Die meisten der Umsetzungswege erfordern ein gutes technisches Verständnis für die zu verändernden Bildschirmoberflächen und der darin enthaltenen Felder. Kenntnisse in der Dynpro-Programmierung sind hierfür erforderlich.

Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit, Änderungen an Dynpros vorzunehmen ohne großes Dynpro- oder Programmierwissen. Dazu verwenden man die in jedem SAP ERP enthaltene Zusatzsoftware GuiXT (siehe Abbildung 01_GUIXT). Sie ist standardmäßig in jedem SAP ERP verfügbar, kostenlos und ermöglicht das Verändern von SAP GUI – Oberflächen.

Vom Prinzip her lässt man das Programm im Hintergrund einer Bearbeitung mitlaufen. Dieses erkennt alle während einer Bearbeitung angesprochen Bildschirmelemente und listet diese auf. Der Bearbeiter kann dann die erkannten Bildschirmelemente dazu nutzen, Änderungen an Dynpros vorzunehmen. Wie hierbei genau vorzugehen ist, ist nachfolgend am Beispiel einer Feldänderung auf der Kundenauftragsbearbeitungsmaske dargestellt.

Abbildung 01

Schritt 1: Aktivierung des GuiXT

Zuerst prüft man, ob die GuiXT-Software auf dem SAP-System aktiviert ist. Dies erfolgt auf der SAP Easy Access-Oberfläche, in dem man auf den Button „Lokales Layout anpassen“ geht und dort den GuiXT aktiviert (siehe Abbildung 02 _GUIXT_aktivieren).

Nach der Aktivierung öffnet sich ein GuiXT-Fenster (siehe Abbildung 03_GUIXT_Fenster nach Aktivieren) und das Programm läuft fortan parallel im Hintergrund.

Abbildung 02

Abbildung 03

Schritt2: Profileinstellungen

Für die Nutzung des GuiXT müssen bei den Profilen einmalig folgende Einstellungen vorgenommen werden:

  • Festlegung eines Skript-Verzeichnisses

Der Hintergrund ist, dass alle Änderungen, die man im Rahmen einer GuiXT-Bearbeitung vornimmt, in einer Skriptdatei festgehalten werden.

Für diese Skript-Datei muss in der GuiXT-Software vorab ein Verzeichnis festgelegt werden.Das Verzeichnis legt man fest, indem man im GuiXT-Fenster auf den Button „Profile“ geht (siehe Abbildung 03_GUIXT_Fenster nach Aktivieren) und im Folgefenster für die Skripte ein Verzeichnis festlegt (siehe Kasten links in Abbildung 04_GUIXT_Profile).

  • Festlegung der Komponenten: Aus lizenzrechtlichen Gründen sollte bei den installierten Komponenten nur „GuiXT“ ausgewählt sein (siehe Kasten rechts in Abbildung 04_GUIXT_Profile).

Abbildung 04

Schritt 3: Änderung des Screens

Jetzt sind alle Voreinstellungen gemacht und die Bildschirmänderung können vorgenommen werden. Hierzu wird der zu verändernde Bildschirm aufgerufen, um das zu ändernde Bildschirmelement zu erfassen:

In unserem Beispiel soll die Bezeichnung eines Feldes auf der Kundenauftragsbearbeitungsmaske geändert werdne. Hierzu ruft man mit einer geeigneten Transaktion (z.B. VA01) die zu verändernde Kundenauftragsmaske auf (siehe Abbildung 05_VA01_Screen_Elements).

Mit dem Aufruf der Maske werden parallel auf dem GuiXT-Fenster die auf dem Bildschirm vorhandenen Elemente im Teilfenster „Screen Elements“ aufgelistet (siehe Abbildung 06_Screen_Elements).

In unserem Beispiel ändern wir das Feld „Zahlungskarte“ auf der Kundenauftragsbearbeitungsmaske in „Bezahlkarte“ (siehe Abbildung 07_VA01_Zahlungskarte.).

Da alle Änderungen, die über GuiXT vorgenommen werden, in einer Text-Datei im Skript-Verzeichnis festgehalten werden, ruft man dazu die Skript-Datei für die Bearbeitung des Bildschirmelements auf. Dies erfolgt über den „Skript“-Button (siehe Abbildung 08_Scriptaufruf). Es öffnet sich dann eine Textdatei im Editor (siehe Abbildung 09_Scriptdatei).

Wichtig ist, dass beim erstmaligen Aufruf diese Text-Datei im Verzeichnis noch nicht existiert und zuerst angelegt werden muss. In dem Fall erscheint mit dem Betätigen des „Skript“-Buttons ein Hinweis, dass die Datei im Verzeichnis nicht gefunden werden konnte verbunden mit der Frage, ob diese angelegt werden soll. Dies beantwortet man mit „Ja“ und fährt mit der Bearbeitung wie folgt fort. (siehe Abbildung 10_neue Datei).

Nun zur Bearbeitung des Bildschirmelements:

Nach dem Aufruf der Textdatei im Editormodus geht man erneut auf das GuiXT-Fenster und sucht im Teilfenster „Screen Elements“ das Bildschirmelement heraus, welches man verändern möchte. In unserem Fall ist es das Element „Zahlungskarte“ (siehe Abb. 11_Textdatei im Editormodus).

Nun klickt man einmal auf das entsprechende Element mit der linken Maustaste und kopiert diesen mittels Strg +V in die geöffnete Textdatei im Editor (siehe Abb. 12_Feld kopieren).

Jetzt erfolgt die eigentliche Änderung: Man schreibt im Editor vor dem kopierten Bildschirmelement abhängig von der Art der Änderung die entsprechende Anweisung.

In unserem Fall bei einer Bezeichnungsänderung verwendet man die Anweisung „text“. Vor dem kopierten Bildschirmelement steht nun die Anweisung „text“ und dahinter in Gänsefüßchen die neue Bezeichnung „Bezahlkarte“ (siehe Abb. 13_Bezeichnungsänderung). Nachdem man alle Änderungen vorgenommen hat speichert man die Text-Datei und die Änderung ist beendet.

Wird die Kundenauftragsbearbeitungsmaske nun aufgerufen, erscheint der geändertenText für dieses Feld (siehe Abbildung 14_Screen nach Änderung).

Weitere Anwendungsmöglichkeiten:

Mit GuiXT kann man Bildschirmoberflächen auf verschiedenste Weisen ändern. Soll ein Feld gelöscht werden, so wird im Editor vor dem Bildschirmelement die Anweisung „del“ verwendet (Abbild. 15_weitere Anweisungen) und das Feld wird ausgeblendet. Bei Verwendung der Anweisung „noInput“ wir die Eingabebereitschaft eines Feldes entzogen und durch die Anweisung „default“ können Vorbelegungen für die Felder festgelegt werden (siehe Abbild. 16_Auswirkung im Screen). Darüber hinaus gibt es noch weitere Änderungsmöglichkeiten.

Der größte Vorteil des GuiXT im Vergleich zu anderen Methoden ist die Einfachheit und die Vielzahl an Möglichkeiten, Änderungen im Dynpro vorzunehmen. Natürlich hat das GuiXT auch seine Schwächen. Die Einstellungen für die Nutzung wie auch die Skript-Datei mit den Änderungen müssen lokal auf den einzelnen Rechnern vorgenommen und verteilt werden. Mittlerweile können die Änderungen auch über eine zentrale Skript-Datei vorgenommen werden und an die lokalen Benutzer verteilt werden.

Fazit: Auch wenn Dynproänderungen über GuiXT aufgrund einiger Schwächen nicht immer als optimalen „Weg“ erachtet werden, so sind sie doch aufgrund Ihrer Einfachheit und leichten Anwendbarkeit immer dann in Betracht zu ziehen, wenn der Aufwand gering bleiben soll.

Abbildung 05

Abbildung 06

Abbildung 07

Abbildung 08

Abbildung 09

Abbildung 10

Abbildung 11

Abbildung 12

Abbildung 13

Abbildung 14

Abbildung 15

Abbildung 16

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Martin Deutsch Allgeier ES

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