Das Tool zur zentralen Steuerung der Zuordnung von Feldlistwerten mit externen Systemen

Autor: Timm Broichgans | Veröffentlicht: 27.03.2020

Codelist-Mapping in der SAP C/4HANA Sales und Service Cloud

Das Codelist-Mapping in der SAP Sales Cloud und Service Cloud dient als Tool zur zentralen Steuerung der Zuordnung von Feldlistwerten mit externen Systemen. Dazu bietet es verschiedene Funktionalitäten, um diesen Vorgang zu steuern und die Integrationsarbeit zu erleichtern.

Für die Standardintegration mit folgenden SAP-Systemen wird das Codelist-Mapping verwendet:

  • SAP C/4HANA
    • Marketing Cloud
    • E-Commerce Cloud
    • Customer Data Cloud
    • Sales Cloud
    • Service Cloud
  • SAP ECC
  • SAP S/4HANA
    • S/4HANA ERP
    • S/4HANA Cloud
    • S/4HANA CRM

Codelist-Mapping ist ein wichtiger Schritt der Integration. Es sollte zuvor ein systemübergreifendes Konzept ausgearbeitet werden um Feldwerte zu vereinheitlichen und so auch die Chance zu nutzen, Daten-Altlasten abzubauen.

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, Codelistwerte zuzuordnen:

  1. Automatische Zuordnung der Codeliste
  2. Manuelle Zuordnung der Codeliste

Automatische Zuordnung der Codeliste

Bei der automatischen Zuordnung gibt es einige wichtige Grundlagen zu beachten:

  • Das automatische Mapping unterstützt einen begrenzten Satz von Standardcodelisten und die zugehörigen Codewerte. Kundenspezifische Feldwertlisten werden in der Regel nicht übernommen
  • Es wird empfohlen, die Codelisten CashDiscountTermsCode und BusinessPartnerRelationshipCategoryCode gesondert zu überprüfen, da nicht alle Werte in die Cloud übertragen werden können. Wenn Sie also eine dieser beiden Codelisten verwenden, überprüfen und korrigieren Sie die Werte und Zuordnungen manuell direkt im Finetuning. (siehe manuelle Zuordnung von Codelisten)
  • Das neue Mapping überschreibt ein gegebenenfalls vorher existierendes Mapping unwiderruflich
  • Werden Codelistwerte im zu integrierenden System gelöscht, werden diese Listenwerte nicht automatisch in der Sales Cloud aktualisiert

Durchführung der automatischen Codelistzuordnung in der SAP Sales Cloud/Service Cloud

Laden Sie die Codelist-Datei aus der Sales Cloud/Service Cloud-Anwendung unter Betriebswirtschaftliche Konfiguration herunter:

CX Blogartikel: Codelist-Mapping in der SAP C/4HANA Sales & Service Cloud. Abbildung 1: Codelisten-Download

Im nächsten Schritt müssen Sie nun die entsprechende Codelist-Datei aus dem zu verbindenden System herunterladen.

Beispiel S/4HANA ERP:

SPRO ➔ Integration mit anderen SAP-Komponenten ➔ Integration mit SAP Cloud for Customer ➔ Download S/4HANA Customizing Information for Code Lists

CX Blogartikel: Codelist-Mapping in der SAP C/4HANA Sales & Service Cloud. Abbildung 2: Download-der-ERP-Codelist

Geben Sie im folgenden Dialogfenster den korrekten Sales Cloud/Service Cloud Gruppencode ein (wie in der zuvor heruntergeladenen Codeliste) und wählen Sie gegebenenfalls weitere Sprachversionen des Mappings aus, die Sie gleich mit herunterladen wollen.

Wichtig ist, dass Sie im Feld „C4C-BC-Datei“ den korrekten Pfad zur zuvor heruntergeladenen Codeliste aus der Sales Cloud/Service Cloud angeben, damit die Listen automatisch vom System zusammengeführt werden können. Im ausgewählten Verzeichnis wird nun eine ZIP-Datei mit zwei .csv-Dateien angelegt. „CodeList.csv“ enthält alle Codelisten des externen Systems, während „CodeMapping.csv“ die bereits vorgenommenen Zuordnungen der Codelistwerte zwischen beiden Systemen enthält

 In dem zusammengefassten Customizing-Katalog können Sie nun das vorgenommene Mapping überprüfen, bevor Sie die Datei wieder in die Sales Cloud hochladen und damit das automatische Mapping abschließen. In dem Katalog sind die einzelnen Listen mit den Befehlen „NO ACTION“ oder „OVERWRITE“ markiert. Bei NO ACTION wurden entweder keine Listenwerte gefunden, oder das Mapping ist bereits identisch. Hier wird keine Änderung durchgeführt. OVERWRITE führt hingegen zur Überschreibung/Befüllung der bestehenden Sales Cloud/Service Cloud Liste mit der Codeliste des externen Systems.

CX Blogartikel: Codelist-Mapping in der SAP C/4HANA Sales & Service Cloud. Abbildung 3: Upload-der-Codeliste

Nach dem Hochladen der neuen Codelistwerte sollten Sie erneut das Mapping in Ihrer Sales Cloud/Service Cloud Lösung überprüfen.

Manuelle Zuordnung von Codelisten

Bei der manuellen Zuordnung der Codelistwerte werden die Listen einzeln direkt in der SAP Sales Cloud/Service Cloud gepflegt:

Betriebswirtschaftliche Konfiguration ➔ Implementierungsprojekte ➔ Aufgabenliste öffnen ➔ Zuordnung von Codelistenwerten zur Integration mit Fremdanwendungen und -lösungen:

Stellen Sie sicher, dass die Aufgabe dem Projekt hinzugefügt ist, damit Sie diese bearbeiten können.

CX Blogartikel: Codelist-Mapping in der SAP C/4HANA Sales & Service Cloud. Abbildung 4: Manuelle-Zuordnung-von-Codelisten

Nun können Sie zwischen der Zuordnung von Codelistwerten-Gruppen und der Zuordnung von Codelistenwerten wählen. Codelistenwerte-Gruppen werden empfohlen, wenn Sie mehrere externe Systeme mit unterschiedlichen Kommunikationsvereinbarungen mit der Sales Cloud/Service Cloud verbinden wollen. Sollten Sie nur ein System anbinden, können Sie diesen Schritt überspringen und direkt mit der Zuordnung von Codelistwerten starten.

Im nächsten Schritt können Sie einzelnen Codelisten wählen und die Zuordnung der Codelistenwerte vornehmen. Dabei gibt es die Standardregel für die Zuordnung „Lokaler Code und Remotecode sind gleich“. Diese Option ist vorgewählt und geht davon aus, dass alle Listenwerte zwischen externem System und der Sales Cloud/Service Cloud identisch sind und dementsprechend identisch gemappt werden. Sollte auch nur ein Wert der Liste abweichen, müssen Sie die Regel „Einzelne Codes zuordnen“ wählen um entsprechende Anpassungen vornehmen zu können.

CX Blogartikel: Codelist-Mapping in der SAP C/4HANA Sales & Service Cloud. Abbildung 5: Beispiel-fuer-manuelle-Codelistzuordnung

In Abbildung 5 sieht man als Beispiel die Zuordnung der Codelistwerte für die ABC-Klassifikation von Kunden (CustomerABCClassificationCode). Der „Lokale Code“ auf der linken Seite der Tabelle repräsentiert hier den Feldwertcode des Sales Cloud/Service Cloud Systems, wie er lokal im Fine-Tuning des Projektes gepflegt wurde. Der „Externe Code“ ist der Codewert eines externen Systems (in diesem Fall ein SAP ERP System). In dieser Tabelle ist es nun möglich, die einzelnen Codes manuell einander Zuzuordnen, oder die Funktion „Lokaler Code und Remotecode sind gleich“ zu nutzen, wenn es zwischen den Systemen keine Abweichung gibt (Achtung: Sollte es in einem System mehr oder weniger Listenwerte geben als in dem anderen, sollte man die manuelle Zuordnung nutzen).

In dem gewählten Beispiel gilt es zu hinterfragen, warum es unterschiedliche Listenwerte für beispielsweise „A-Kunde“ und „A-Customer“ gibt. Für Übersetzungen ist das Codelist-Mapping nicht gedacht, vielmehr sollten die Feldwerte im Finetuning-Bereich der betriebswirtschaftlichen Konfiguration in die benötigten Sprachen übersetzt werden.

Sind die Listenwerte aus dem externen System redundant, bietet sich die Möglichkeit die externen Codes „01“ für A-Customer und „A“ für A-Kunde beide auf einen Listenwert in der SAP Sales Cloud/ SAP Service Cloud zu mappen.

Dies ist auch bei dem externen Code „VIP“ der Fall. In dem Beispiel gibt es in einem externen System die Kundenklassifikation „VIP“ als Ergänzung zur klassischen ABC-Klassifikation. In der Sales Cloud soll es jedoch nur drei Klassikfaktionen geben, deshalb werden Kunden mit dem externen Listenwert „VIP“ hier ebenfalls den A-Kunden (Code A) zugeordnet.

Über die Auswahlfelder „Eingang-Standard“ und „Ausgang-Standard“ lassen sich Eingabe- bzw. Ausgabestandards definieren, für den Fall, dass mehrere Einträge auf einen Eintrag im jeweils anderen System gemappt sind. Hier setzen die Systeme den für die jeweilige Richtung markierten Wert als Standard. Damit lassen sich je nach Richtung unterschiedliche Mappings setzen.

Auch nach der initialen Integration lässt sich das Codelist-Mapping später jederzeit anpassen. Sie können Zuordnungen ändern, Einträge hinzufügen oder nicht mehr benötigten Werte löschen.

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