Vorteile der ABAP Programmierung mit Eclipse (Teil 1)

Autor: Mireille Hill | Veröffentlicht: 22.11.2019

Seit geraumer Zeit bieten die ADT (ABAP Development Tools) die Möglichkeit, ABAP Code mithilfe der Eclipse Entwicklungsumgebung, welche bisher eher mit Java in Verbindung gebracht wurde, zu schreiben. Dieser Beitrag soll die Unterschiede zwischen SE80 und Eclipse zeigen und dahingehend die Vorteile der Eclipse- Umgebung verdeutlichen.

Quelltextbasierte Entwicklung in Eclipse
Der gravierendste Unterschied zwischen SE80 und Eclipse ist die Art der Programmierung: in Eclipse ist sie quelltextbasiert und nicht wie in der SE80 formularbasiert. Man benutzt eine einheitliche Oberfläche, nämlich ausschließlich den Editor, anstatt ständig zwischen Formularen (z.B. für das Anlegen von Methoden) und Quellcode hin und her zu navigieren. Zudem fällt das Wechseln zwischen Edit/Display Modus weg.

Ein großer Vorteil von Eclipse ist die Modularität. Es gibt eine große Anzahl Views, die man nach eigenem Geschmack einblenden und positionieren kann.

Einige der wichtigsten Views:

Der Project Explorer
Zu den wichtigsten Views gehört der Project Explorer. Er enthält eine Liste aller genutzten SAP Projekte (= SAP Systeme). Pro System kann man sich häufig genutzte Pakete zu den Favoriten zuordnen.

Die Outline-Sicht
Die Outline-Sicht zeigt eine strukturierte Darstellung aller Elemente des aktuell geöffneten Entwicklungs- oder DDIC-Objekts. Die folgende Abbildung zeigt beispielsweise die Struktur eines Programmes mit lokaler Klasse.

Der Quelltexteditor
Im Quelltexteditor können beliebig viele Objekte gleichzeitig geöffnet werden (auch aus verschiedenen Systemen bzw. SAP Projekten). Jedes Objekt erscheint in einem separaten Reiter mit der Bezeichnung des zugehörigen SAP Projektes. Da es keine Begrenzung bei der Anzahl der Tabreiter gibt, ist auch die Limitierung im SAP GUI auf max. 6 Modi hinfällig. Zumal, da in einem Reiter auch SAP GUI Transaktionen oder DDIC-Objekte angezeigt werden können.

Die Bookmark View
Die Bookmark View erlaubt es Codestellen zu markieren und diese zu speichern. So kann man später leicht zu der benötigten Stelle zurückspringen.

Der Tasks Editor
Anstatt ToDos als Kommentare im ABAP Code zu hinterlegen, kann man dies in Eclipse wesentlich eleganter in einem eigenen Editor tun. Die einzelnen Punkte können dabei direkt mit der entsprechenden Codestelle verlinkt werden.

Aktivierung & Änderung des Quellcodes während des Debuggings
Ein weiterer enormer Vorteil in Eclipse ist die Möglichkeit, direkt während des Debuggings den Quellcode zu ändern und zu aktivieren. Beim nächsten Ausführen des Quellcodes wird die Änderung dann wirksam. D.h. man muss nicht mehr, wie in der SE80, warten, bis die Debug-Session komplett beendet wurde oder einen zusätzlichen Modus öffnen um den Quellcode ändern zu können, während die Debug-Session noch läuft.

Die SQL Console
Eclipse bietet außerdem eine SQL Console, mit der on-the-fly Abfragen auf die Datenbank gemacht werden können. Man muss einfach nur den gewünschten Select-Befehl in die Konsole eingeben und bekommt eine strukturierte, filterbare und exportierbare Ausgabe.

Core Data Services
Mit SAP HANA ist es möglich, sog. Core Data Services zu definieren, welche die klassischen DDIC Views ablösen. Sie sind wesentlich flexibler und mächtiger als die DDIC-Views und bieten einen enormen Performance-Vorteil, da sie direkt auf der HANA Datenbank laufen und nicht auf dem Applikationsserver, wie die klassischen Tabellenviews. Die CDS können nicht in der SE11 definiert werden, sondern müssen z.B. in Eclipse modelliert werden.

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