Einfaches und erlebbares Definieren von Prozessmodellen in SAP S/4HANA

Autor: Michael Eigenmann | Veröffentlicht: 04.02.2020

Viele Organisationen wollen mit SAP S/4HANA ihre Prozesse und Datenanalysen beschleunigen und ihre SAP-Anwendungen modernisieren, sowie eine Prozesstransformation in Richtung Realtime realisieren. Die SAP bietet vorkonfigurierte, einsatzfertige und durchgängige Standard-Prozessmodelle, die auf die speziellen Anforderungen verschiedener Geschäftsbereiche und Branchen zugeschnitten sind. Mit diesen neuen Services können Kunden auf das Prozess-Know-how und die jahrzehntelange Projekterfahrung von SAP zurückgreifen.

Wer die von SAP vorkonfigurierten Geschäftsabläufe nutzen möchte, muss sich durch eine Vielzahl von unterschiedlichen und differenzierten BPMN* Prozessmodelle durcharbeiten, um zu entscheiden, welche Prozessmodelle auf seine Unternehmensanforderungen am besten passen. In Ausnahmefällen muss ein eigener Geschäftsprozess definiert werden. Da von den meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Fachabteilungen, die in BPMN beschriebenen Geschäftsprozesse gar nicht oder nur sehr rudimentär verstanden werden, entsteht ein erheblicher Aufwand, jedes Prozessmodell im Detail zu erklären. Die Folgen davon sind Missverständnisse, Change Requests und Verschiebungen des GoLive.

Mit dem metasonic® FIT-GAP-ANALYSIS-ACCELERATOR-Package ist der Anwender nun in der Lage, die Prozessmodelle zwischen SAP und metasonic® Process Touch in beiden Richtungen auszutauschen. Im Detail ist diese Vorgehensweise im folgenden Schaubild beschrieben:

Mit metasonic® Suite auf der Überholspur bei der Einführung von S/4 HANA

Quelle: Metasonic Flyer „Mit metasonic® Suite und S/4 HANA auf der Überholspur“

Gewöhnliche FIT-GAP und FIT-TO-STANDARD Workshops dauern sehr lange, bringen hohe Kosten mit sich und stellen häufig kein klares Verständnis der SAP Standardprozesse und der notwendigen Anpassungen sicher. Mit der Methode und Technologie der metasonic® Process Suite werden die schwer verständlichen Geschäftsprozesse in die subjektorientierte Darstellung transformiert.

Durch die Darstellung der Prozesse als Subjekt-orientierte bzw. Teilnehmer-orientierte Geschäftsprozessmodelle wird das Subjekt, also der Beteiligte in einem Prozess, in den Vordergrund gerückt. Somit wird der Prozess aus Sicht der Teilnehmer betrachtet und führt dadurch zu einem besseren Verständnis. Am metasonic® Process Touch-Tisch können die Prozesse mit anfassbaren Bausteinen modelliert werden. Dies führt dazu, dass jeder Teilnehmer den Prozess aus seiner Sicht versteht und sich mit anderen Teilnehmern über Nachrichten koordiniert. Eine hohe Transparenz und ein gemeinsames Verständnis des Prozesses ist das Resultat. Am metasonic® Process Touch können die Prozesse somit schneller analysiert, geändert und interaktiv validiert werden.

Das gemeinsame Arbeiten am metasonic® Process Touch, um den alle Beteiligten versammelt sind, macht Spaß, aktiviert alle Teilnehmer und führt zu einem klaren Prozessverständnis und zielführenden Prozessanpassungen. Nach der Prozessbearbeitung können die Prozessmodelle wieder im BPMN Format in den Solution Manager von SAP zurücktransferiert werden. Die Abweichungen vom Originalprozess werden dann dem S4/HANA Customizing zugeführt.

Revolutionärer Ansatz mit metasonic® Process Touch

Die metasonic® Prozessmodelle werden aus den BPMN-Prozessmodellen aus dem SAP Solution Manager erzeugt, können auf dem metasonic® Process Touch mit physischen Bausteinen dargestellt, verändert oder neu definiert werden. Dabei werden 3 Symbole zur Prozessbeschreibung verwendet:

  • Aktion/Tätigkeit durchführen = gelber Baustein,
  • Nachricht senden = roter Baustein,
  • Nachricht empfangen = grüner Baustein
Mit metasonic® Suite auf der Überholspur bei der Einführung von S/4 HANA

Quelle: Metasonic® Process Touch

Die Koordinierung zwischen den Handlungsweisen (Subjekte = blaue Kästchen) wird über eine strukturierte Kommunikation (zeitlich gesteuerter Austausch von Nachrichten = Pfeile zwischen den Subjekten) gesteuert. metasonic® Process Suite Prozessmodelle werden in einer semantischen Umgebung modelliert und sind damit jederzeit sofort in der metasonic® Process Suite ausführbar.

Nach der Modellierung aller Beteiligten am metasonic® Process Touch bietet die metasonic® Process Suite die Möglichkeit das Modell auf semantische Fehler zu prüfen. Hierdurch werden Modellierungsfehler deutlich. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit einer interaktiven Validierung.

Hierzu kann sich ein Anwender jederzeit mit Anderen in das Prozessmodell einloggen und es gemeinsam „durchspielen“ und so mit den realen Geschäftsabläufen vergleichen. Durch diese interaktive Validierung von Prozessmodellen steigt die Qualität der Modelle erheblich an. Verbesserungen lassen sich schnell realisieren und integrieren. Dies führt zu einer Optimierung des Geschäftsprozesses, nicht durch theoretische Überlegungen, sondern durch praktisches Erleben und Ausprobieren.

Wenn Kunde, Berater und Softwareanbieter an einem Strang ziehen: Ein Kundenbeispiel

Die Idee, den metasonic® Process Touch zur besseren Erklärung der SAP-Best Practice-Prozesse zu verwenden, wurde bei einem unseren Kunden geboren. Einer der führenden deutschen Zahlungsdienstleister hatte vor einiger Zeit die Entscheidung für eine SAP S/4 HANA-Implementierung auf Basis eines Greenfield-Ansatzes getroffen. Als Implementierungsziel hat das Unternehmen eine 95%-Verwendung von SAP-Standard gesetzt.

SAP Model Company-Prozesse lieferten den Ausgangspunkt für die Adaption des SAP-Standard auf die Belange des Unternehmens. SAP Solution Manager mit seinen neusten Fähigkeiten stellte eine nahtlose Verbindung zwischen dem Anforderungsmanagement, Prozessen, Systemkonfiguration und dem Implementierungszyklus (Testmanagement, Deployment, Change Request Management) dar.

Allerdings waren die SAP Modell-Company-Prozesse in BPMN-Notation schwer verständlich für einen ungeübten Anwender. So entstand die Idee, diese Prozesse mit metasonic® -Mitteln den Fachbereichen näher zu bringen und in die metasonic® Process Suite zu transferieren und nach finaler Abstimmung wieder in den SAP Solution Manager zurück zu laden.

Mit metasonic® Suite auf der Überholspur bei der Einführung von S/4 HANA

Quelle SAP Solution Manager: Prozessmodell BPMN SAP Solution Manager (Swimlane Darstellung)

Mit dem metasonic® FIT-GAP- ANALYSIS-ACCELERATOR-Package wird das Projektteam in die Lage versetzt nötige Prozessanpassungen schnell und verständlich zu realisieren.

Hierzu wird das SAP Solution Manager BPMN* Prozessmodell in das leichter verständliche S-BPMN* Prozessmodell übersetzt, welches am metasonic® Process Touch in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen aus der Teilnehmerperspektive (Subjekte) angepasst werden kann.

Mit metasonic® Suite auf der Überholspur bei der Einführung von S/4 HANA

Quelle: Metasonic Build Applikation, S-BPMN*, Rollen (Subjekt) orientierte Darstellung

Nach Ende der Anpassungen werden diese wieder in das BPMN* Format in den SAP Solution Manager eingespielt und durch das Customizing im S/4 HANA System angepasst. Mit dieser Art und Weise von Prozessanpassungen ist es dem Projektteam möglich, schnell und für die Fachabteilung/Teilnehmer absolut verständlich, SAP Standard Geschäftsprozess auf die Unternehmensspezifika anzupassen. Das Resultat sind enorme Zeit- und Ressourcen-Einsparungen, sowie ein massiver Rückgang der Change Requests beim GoLive.

Sie wollen mehr über den metasonic® Process Touch, die metasonic® Process Suite und das metasonic® FIT-GAP- ANALYSIS-ACCELERATOR-Package erfahren? Dann kontaktieren Sie uns! Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme:

Michael Eigenmann
Michael.Eigenmann@allgeier-es.com

Tatiana Puzikova
Tatiana.Puzikova@allgeier-es.com

 

Glossar

*BPMN: Die Business Process Model and Notation ist eine grafische Spezifikationssprache in der Wirtschaftsinformatik und im Prozessmanagement. Sie stellt Symbole zur Verfügung, mit denen Fach-, Methoden- und Informatikspezialisten Geschäftsprozesse und Arbeitsabläufe modellieren und dokumentieren können.

*S-BPMN: Die Subjekt Business Process Model and Notation ist eine grafische Spezifikationssprache in der Wirtschaftsinformatik und im Subjekt orientierten Prozessmanagement. Sie stellt Symbole zur Verfügung, mit denen Fach-, Methoden- und Informatikspezialisten Geschäftsprozesse und Arbeitsabläufe modellieren und dokumentieren können.

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